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Dokumentarfilmabend zur DDR-Geschichte


Kursnummer AW11010
Beginn Mo., 14.09.2020, 19:30 - 22:30 Uhr
Kursgebühr kostenlos (nicht ermäßigbar)
Dauer 1 Abend
Dozent/in
Kursort Kantor-Helmke-Haus Auditorium
Raum barrierefrei zugänglich
Am Kirchhof 10, 27356 Rotenburg
Status Bitte Kursinfo beachten Bitte Kursinfo beachten

Begleitend zu den Ausstellungen "Von der Friedlichen Revolution zur deutschen Einheit" und "Umbruch Ost. Lebenswelten im Wandel" zeigen wir an diesem Abend 3 Dokumentarfilme, die sich mit der Geschichte der SED-Diktatur sowie der Zeit des Umbruchs nach 1989 befassen.

"Revolte" am Ostseestrand - Die wahre Geschichte der Glatzkopfbande

Sommer 1961. Auf den Campingplätzen an der DDR-Ostseeküste herrscht Urlaubsstimmung. Jugendliche feiern ausgelassen, machen Musik, trinken Bier, tanzen Rock'n Roll. Mit dabei sind fünf Jugendliche, die sich nach ihrem Idol Yul Brunner eine Glatze scheren ließen -»westliche Unkultur« und »Dekadenz« urteilt der Wirt des Bierzeltes und alarmiert die Volkspolizei. Als diese die Jugendlichen abführt, umstellen einige hundert Camper die Wachstelle der Volkspolizei und äußern lautstark ihren Unmut über diese Aktion. Die Situation eskaliert, Einsatzkommandos beenden den »Aufruhr« mit brutalen Mitteln. Mehrere junge Männer werden verhaftet. »Landfriedensbruch« und »staatsgefährdende Gewaltakte« lauten die Anklagepunkte. Zwei Schauprozesse, die zur propagandistischen Kampagne gegen westliche Jugendkultur und zur Rechtfertigung des Mauerbaus genutzt werden, münden in Urteile über insgesamt 27 Jahre Zuchthaus. Bald nach den Prozessen dreht die DEFA den Spielfilm »Die Glatzkopfbande«, der die Ereignisse im Sinne der Schauprozesse darstellt, die Jugendlichen als brutale Schläger darstellt und die Legende eines faschistischen Putschversuches festigt. Die Dokumentation von Jürgen Ast und Inge Bennewitz lässt nun erstmals die damals Verurteilten zu Wort kommen. Sie erzählen über ihr erlittenes Schicksal, über Stasi-Knast, Schauprozesse und die Folgen.
Ein Film von Inge Bennewitz und Jürgen Ast, 45 min


Für Mick Jagger in den Knast

Berlin, 7. Oktober 1969. Die DDR feiert ihren 20. Geburtstag. Für viele Jugendliche ist dieser Tag jedoch aus ganz anderem Grund ein Tag zum Feiern: Die Rolling Stones sollen an diesem Tag auf dem Dach des Westberliner Springer-Hochhauses ein Konzert geben. Dies hatte ein RIAS-Moderator in seiner Sendung am 20. September 1969 verkündet. Natürlich erhalten auch Polizei und Staatssicherheit bald von diesem möglichen Ereignis Kenntnis und wollen um jeden Preis verhindern, dass der Glanz der Jubiläumsfeier durch langhaarige Beat-Fans in der Nähe der Staatsgrenze getrübt wird. Am Geburtstag der DDR sind dann Hunderttausende zum Festumzug auf den Straßen in Berlin. Einige Hundert davon sind Rolling Stones-Fans und auf dem Weg in Richtung Spittelmarkt, um von dort aus das Springer-Haus im Westen zu beobachten. Wann kommen die Stones? Wird man überhaupt etwas sehen und hören können? Die DDR-Volkspolizei ist nervös und versucht die Beat-Fans abzudrängen. Als dies nicht zum gewünschten Ergebnis führt, verhaftet sie bis zum Abend rund 120 Jugendliche. Einige von ihnen werden kurze Zeit später wieder frei gelassen, andere bleiben monatelang in Haft - mit konstruierten Haftgründen. Die Rolling Stones selbst haben von all dem nie etwas erfahren. Der RIAS-Moderator, der in seiner Sendung das Gerücht über das bevorstehende Konzert in die Welt setzte, hatte nicht damit gerechnet, dass irgendjemand diesen Scherz ernst nehmen würde. Doch das Gerücht - einmal in der Welt - ließ sich nicht mehr ausräumen.
Ein Film von Karoline Kleinert und Reinhard Joksch, 45 min


Wendebilder - Fünf Fotos und ihre Geschichten

Es waren aufregende Tage im Herbst 1989 in der DDR. Ein Land geriet in Bewegung und wurde bis in die entlegensten Bereiche von einem Sog der Veränderung, der friedlichen Revolution, erfasst. Im Strudel des Geschehens begegneten einander höchst unterschiedliche Menschen. Kaum einer erinnert sich aber heute noch an diese Begegnungen. Doch glücklicherweise wurde viel fotografiert im Herbst 1989. Die Menschen wollten das Unfassbare festhalten, das sie nun fast täglich erlebten. Der Film begibt sich auf die Spur von fünf dieser Fotografien und trifft dabei auf Fotografierte, Fotografen und Menschen, die ihre sehr persönlichen Geschichten hinter den Momentaufnahmen erzählen.
Der Fotograf Johannes Beleites machte auf der ersten Montagsdemonstration in Leipzig ein außergewöhnliches Foto des Straßenbahnfahrers Steffen Schulz, der mit seiner Straßenbahn inmitten der Demonstranten feststeckte. Ein weiteres Foto nähert sich der denkwürdigen deutsch-französischen Geschichte zwischen dem Ost-Berliner Künstler Manfred Butzmann und dem Pariser Daniel Boulogne. Die Geschichte vom Hungerstreik im Herbst 1989 im "Gelben Elend" von Bautzen erzählt der ehemalige Häftling Jürgen Guse anhand eines beeindruckenden Fotos. Das Bild eines Panzers mit dem Transparent "Soldaten sind auch Menschen" führt uns zu Jan Gieschler und der Geschichte einer "Meuterei" von Soldaten in der NVA. Zu guter Letzt erzählt Lothar Ehm, wie er gemeinsam mit vielen Kollegen erfolgreich versuchte, sämtliche Kampfgruppenwaffen ihres Betriebes zu verschrotten und hieraus eine Erinnerungsglocke zu gießen - behilflich war ihnen dabei ausgerechnet die Armee.
Ein Film von Karoline Kleinert, 45 min

Dokumentarfilmabend
Montag, 14.09.2020, 19.30 Uhr, Kantor-Helmke-Haus
Eintritt: frei

keine vorherige Anmeldung notwendig. Teilnehmerzahl begrenzt.

Aufgrund von Maßnahmen des Infektionsschutzes kann es - auch kurzfristig - zu Änderungen, Absagen, Einschränkungen in Kursen und Veranstaltungen kommen.






Datum
14.09.2020
Uhrzeit
19:30 - 22:30 Uhr
Ort
Am Kirchhof 10, Kantor-Helmke-Haus Auditorium


Volkshochschule Rotenburg (Wümme)

Am Kirchhof 10 | 27356 Rotenburg (Wümme)
Tel: 04261-9145 12
Fax: 04261-9145 20
E-Mail: vhs@rotenburg-wuemme.de

Öffnungszeiten

Montag bis Mittwoch von 08:30 bis 12:00 Uhr
Donnerstag von 08:30 bis 18:00 Uhr
Freitag von 08:30 bis 12:00 Uhr